Gerd Heinz
Der Autor hatte das große Glück, sein Leben bislang in einer glücklichen Zeit des Friedens und des Aufbaus von Wohlstand zu verbringen. Mit dem Ukraine-Krieg, aber auch mit dem Iran-Krieg scheinen diese Aussichten für die Zukunft allerdings unsicher auszusehen.
In der Ukraine zeigt sich, daß nahezu jeder Soldat ein Handy besitzt, schon um den Kontakt zur Familie, aber auch zu Vorgesetzten oder Untergebenen halten zu können. Und Handys senden ihre Position, d.h. ihre GPS-Daten i.a. auch im ausgeschalteten Zustand, eine Errungenschaft, die wir wahrscheinlich den Lobbyisten von Sicherheitsdiensten zu verdanken haben. Damit ist die Position des Trägers eines Handys permanent für all jene sichtbar, die über geeignete Software verfügen.
Elektronische Kriegführung wird damit zur alles entscheidenden Waffe. Einerseits werden am Fließband produzierte, spottbillige Drohnen und Raketen immer effizienter, andererseits sind klassische Abwehrraketen hundertfach teurer, als abzuschießende Raketen. Ein sofortiger Strategiewechsel ist entscheidend, will man in einem Krieg der Zukunft auch nur die Spur einer Chance haben.
Dabei spielen die GPS-Empfänger (GPS Global Positioning System) der Handys eine besondere Rolle. Beherrscht man die Mobilfunkmasten oder Satelliten wie Starlink (das Handy kommuniziert dabei nicht über Mobilfunkmasten, sodern über bislang rund zehntausend Satelliten von Elon Musk), so ist es vergleichsweise einfach, herauszufinden, welche Handys im Kriegsgebiet aktiv sind.
Dazu schleust man in ein Handy zum Beispiel einen Trojaner-Virus ein. Dann lassen sich die vom Handy empfangenen GPS-Daten von Dritten abhören: Man kann den Aufenthaltsort des Handys in Echtzeit über Google-Maps ähnliche Tools beobachten, um die laufenden Positionen des Gegners, aber auch die der eigenen Leute orten zu können. Damit steht sofort die Möglichkeit offen, wiederum GPS-gesteuerte Drohnen oder Raketen auf feindliche Handys zu lenken um den Gegner punktgenau zu vernichten.
Nun kritisieren Datenschützer schon lange, daß (GPS-) Bewegungsprofile von Nutzern sogar schon im Darknet verkauft werden. So existieren Datensammler, die die Vorlieben von Handy-Besitzern bei deren Einkaufswegen beobachten. Geht jemand ausschließlich zu NETTO, so braucht man diesem keine Werbung von REWE anzubieten. Macht jemand mit Vorliebe AIDA-Reisen, so kann man ihm gezielt solche anbieten.
Nun kann man den Verkauf von Bewegungsprofilen und Standortdaten per Gesetz verbieten. Damit wird aber das Problem nicht gelöst, wenn Dritte aus dem Ausland agieren. Wie also kann man ein Handy gegen unberechtigten, fremden Zugriff auf Standortdaten (auf den GPS-Empfänger) schützen? Wie kann man verhindern, daß mein Handy meine aktuelle Position verrät?
Denkt man intensiv darüber nach, was eigentlich zu tun wäre, um die illegale Ermittlung von Bewegungsprofilen und Standortdaten meines Handys über Trojaner zu verhindern, so wird deutlich, daß es keinerlei elektronisches Mittel gibt, dies tun zu können. Sämtliche Softwaremittel können von Hackern oder von Entwicklern des Betriebssystems außer Betrieb gesetzt werden.
Was aber kann man tun? Ganz einfach: Man kann den GPS-Empfänger (das ist ein integrierter Schaltkreis oder Schaltungsmodul im Handy) nur physisch abschalten!
Es klingt eher vorsintflutlich, aber der wohl einzig sichere Weg dahin ist eine physische Stillegung des GPS-Empfängers durch einen mechanischen Schalterkontakt, der nur vom Nutzer bedient werden kann und der durch keinerlei Software beeinflußbar ist.
Nun wird ein zusätzlicher Schalter am Handy aus verschiedenen Gründen ungeeignet sein. Einerseits braucht er zuviel Platz, andererseits kann er ausfallen, auch könnte Wasser eindringen.
Es existieren aber zwei Möglichkeiten, die realistisch erscheinen.
Nun kann die Vorliebe von Nutzern verschieden sein. Der eine möchte sein Handy mit dem Schalter einschalten, der andere möchte das Handy damit ausschalten. Beide Varianten sind mit nur einem Kontakt realisierbar, siehe Bild 2.
Bliebe bei der Zukunftsvariante, dem Reed-Schalter, noch die Frage der magnetischen Betätigung zu klären.
Am einfachsten kann ein Permanentmagnet zur Betätigung des Reedkontakts benutzt werden. Schaltet dieser den Reedschalter ein, so wäre diese Variante für Nutzer geeignet, die Google-Maps nur im Auto benutzen und deren Handy nur dort an eine Magnethalterung geklickt wird. Die Magnethalterung kann zugleich den Reedkontakt betätigen. Das Handy würde dann seine GPS-Daten nur preisgeben können, wenn man im Auto sitzt und es am Magnethalter klebt.
Für die Armee wäre indes eine robustere Handyhalterung aus Plastik sinnvoll, in die eine flache Spule an der Stelle eingebaut ist, über der der Reedkontakt liegt. Setzt man die Spule mit einem Schalter im Armaturenbrett unter Strom, Bild 3, so wird der Reedkontakt eingeschaltet und mit ihm der GPS-Empfang. Auf diese Weise kann der Fahrer bestimmen, wie lange seine Position für Freund und Feind sichtbar ist.
Bliebe als letzte Frage: Welches Pin sollte am GPS-Modul unterbrochen oder aktiviert werden?
Die Idee, die Betriebsspannung des GPS-Moduls zu unterbrechen, scheint sinnvoll. Sie ist aber unsicher, wenn der Modul einen sehr geringen Strombedarf hat. Dann kann er auch über einen externen Clock-Eingang soviel Strom erhalten, daß er Daten liefert. Sicherer wäre es, die serielle Ausgabe vom Modul an das Handy zu stoppen (UART-TX-Pin) oder die Taktversorgung des GPS-Moduls zu unterbrechen.
Bliebe noch anzumerken, daß der Name GPS hier im verallgemeinernden Sinne gebraucht wird, gleich ob es sich um das amerikanische GPS (NAVSTAR), das russische GLONASS, um GALILEO der EU, oder das chinesische BEIDOU handelt.
Created 2026/04/08
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